Früchte in Rum
im Glas


Rumtopf aus dem Kaiserstuhl

Was ist
der Rumtopf?

Als Rumtopf bezeichnet man eine Konservierungsmethode für frisches Obst mit Rum oder Arrak und Zucker.
 
Schon im Juni wandern die ersten Erdbeeren in den Keramiktopf, ergänzt von diversen anderen Beeren und Steinobst in den folgenden Monaten. Mit dabei: Zucker und hochwertiger, hochprozentiger Rum. Nur reifes und gesundes Obst darf für diese Spezialität verwendet werden, Sauberkeit bei der Verarbeitung ist das oberste Gebot. Über den ganzen Sommer hinweg füllt sich der Rumtopf mit erlesenem Erntegut. In den folgenden Monaten ruht er luftdicht verschlossen an einem kühlen, dunklen Ort. Wenn die Sommermonate im Dezember schließlich nur noch nostalgische Erinnerung sind, versüßt uns der Rumtopf mit seinen feinen Aromen die festliche Jahreszeit.

Was braucht es
für einen guten
Rumtopf?

  • Erstklassige, reife und aromatische Früchte

  • Hochprozentigen Rum von mind. 54%

  • Zucker

  • Zeit und Geduld, der Ansatz dauert den ganzen Sommer

Wie genieße ich den Rumtopf?

Ob du ihn zu buttrigen Grießschnitten servierst, zu Vanillepudding oder eine Kugel Eis damit genießt - der Rumtopf wertet jedes Dessert auf und macht aus einer simplen "Nachspeise" einen dekadenten Gaumenschmaus. Aber auch zum gelegentlichen Naschen eignet sich der Rumtopf ganz ausgezeichnet. In Kombination mit einem wohl temperierten, staubtrockenen Sekt wird daraus ein Cocktail der besonderen Art. Lass dich von unseren Videos zur Zubereitung einiger Rezepte inspirieren.

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Grießschnitten

    Zutaten für 4 Portionen
  • ½ Liter Milch

  • 1 Prise Salz

  • 15-20 g Butter

  • 0-20 g Zucker

    125 g Hartweizengrieß

  • 1 Ei

  • 1 TL Öl

  • 20 g Butterschmalz

Zutaten abwiegen. Das Ei aufschlagen und zur Seite stellen. Ein großes Brett mit Backpapier belegen, dieses mit Öl einpinseln.
 
Das Ei aufschlagen und zur Seite stellen. Milch, Salz, Butter und ggf. Zucker erwärmen, damit die Butter aufgelöst ist. Unter Rühren den Grieß langsam einrieseln lassen - es darf leicht köcheln. Unter ständigem Rühren (damit es nicht anbrennt) den Grießbrei zu einer leicht festen Masse weiterköcheln. Den Brei vom Herd nehmen und das aufgeschlagene Ei unterrühren bis es sich mit dem Brei verbunden hat. Den heißen Brei sofort auf dem Backpapier mind. 1 cm hoch ausstreichen und ganz auskühlen lassen. Die erkaltete Masse entweder in Rauten schneiden oder mit Plätzchen-Ausstecher Formen ausstechen. Im heißen Butterschmalz leicht braun anbraten und mit einem großen Löffel Rumtopf servieren.

Rumtopf-Punsch

    Zutaten für 1 Cocktail
  • 3-4 Eiswürfel

  • 4 cl Rumtopf-Flüssigkeit

  • mind. 80 ml Mango-Saft

  • 2 cl Rosen-Sirup

  • 1 Rosmarinzweig zur Deko

  • Rumtopf-Früchte nach Belieben

Die Geschichte hinter
Kaiserstuhlstolz

Der Erhalt von Tradition ist meine Leidenschaft, die Wertschätzung unserer Landwirte und heimischer Produkte ist mir ein persönliches Anliegen. Seit Jahren übe ich mich, wie damals meine Oma Pauline, im Konservieren von Lebensmitteln. So entstand die Idee für mein Projekt Kaiserstuhlstolz: Mit Stolz Obst aus dem Kaiserstuhl traditionell veredeln = RUMTOPF aus Kaiserstühler Früchten.

Ein Leben ohne Rumtopf ist möglich - aber sinnlos. Diese Erkenntnis und der Leitsatz meiner Oma Pauline "Net schwätze, mache!" bewegten mich dazu, ein kulinarisches Passionsprojekt in Angriff zu nehmen. Als gebürtige Kaiserstühlerin wurde mir die Liebe zur Region quasi in die Wiege gelegt; bei meinen Großeltern in Wasenweiler wuchs ich in einem nahezu autarken organischen Kreislauf auf.
 
Im großen Garten gediehen Obst und Gemüse, Kartoffeln wurden auf dem Acker angebaut. Badischer Wein gehörte ebenso dazu, wie die eigenen Schweine und Hühner. Sogar das Mehl wurde in der nahegelegenen Mühle aus dem eigenen Weizen gemahlen. Essensreste wurden grundsätzlich verwertet, alles was übrigblieb bekamen die Hühner und Schweine. Für den Winter wurde entsaftet, eingelegt, eingesäuert, eingekocht und getrocknet. Meine Großeltern waren, das weiß ich heute, Pioniere der Slow-Food und Zero-Waste Bewegungen, bevor diese überhaupt existierten.
 
Kindheit - das ist für mich untrennbar mit kulinarischem Genuss verwoben. Badische Küche, frische & regionale Zutaten. Das Steinofenbrot meiner Oma zum Frühstück und am Wochenende ofenwarmer Kuchen mit einem Glas Milch vom benachbarten Bauernhof. Oma Pauline habe ich zudem eine besondere Affinität für einen alten Brauch zu verdanken, der in Vergessenheit geraten ist: Der Rumtopf vereint beste heimische Früchte, hochprozentigen Rum, Geduld und händische Produktion zu einer wunderbaren Tradition, die in der warmen Jahreszeit entsteht und schließlich in der Weihnachtszeit genossen werden kann.